Es ist Januar, Silvester und Weihnachten haben ihre Spuren hinterlassen. Die Jeans spannt, der Winterblues ist in vollem Gange, nach so viel Fressgelagen und feucht-fröhlichen Nächten fühlen sich viele müde und abgeschlagen. Der Wunsch nach einem inneren Frühjahrsputz macht sich breit, gepaart mit der Hoffnung, die Wochen der Völlerei rückgängig machen zu können.

Diesen Trend hat die Gesundheitsindustrie dankend aufgegriffen. Detoxkuren, Saftfasten und andere Diäten sollen dabei helfen wieder ein gutes Körpergefühl zurück zu erlangen. Doch leider sind diese Kuren oft eher gesundheitsschädlich und nicht wirklich hilfreich.

Was versteht man eigentlich unter Detox?

Detox oder auch Entgiftung genannt, soll den Körper von eingelagerten Giften und Schadstoffen befreien. Durch Säfte, Kräuter oder Fasten wird der Organismus in einen Heilungsprozess bzw. die Entgiftung geführt. Dieser Effekt kann durch unterschiedliche Maßnahmen hervorgerufen werden:

Nahrungsmittelumstellung (LowCarb, zuckerfrei, Rohkost, vegan etc.):

Immer dann, wenn man dem Körper weniger Gifte als „gewöhnlich“ zuführt, fängt er an Altlasten abzubauen. Man kann sich das wie einen Stapel „To Dos“ auf dem Schreibtisch vorstellen. Wenn täglich zehn neue Aufgaben dazu kommen und man es schafft, in der gleichen Zeit zehn abzuarbeiten, dann bleibt der Stapel gleich groß. Man entgiftet auf diese Weise zwar nicht, aber man baut auch keine neuen Einlagerungen auf. Wenn man hingegen 15 neue Aufgaben bekommt und es gerade mal schafft, fünf abzuarbeiten, dann kommen die Restlichen zusätzlich auf den „To-Do-Stapel“ – bis zu dem Punkt, an dem man nicht mehr über den Stapel auf dem Schreibtisch schauen kann. Das ist der Moment, in dem Krankheiten und Burnout-Syndrome wahrscheinlich werden. Wenn man jedoch nur drei neue Aufgaben bekommt, kann man sieben Aufgaben vom alten Stapel abbauen. Bezogen auf die Nahrungsmittelumstellung würde dies bedeuten, dass man sich auf diese Weise Stück für Stück von Giften und Ablagerungen befreit.

Intermittierendes Fasten:

Hierunter versteht man einen Essrhythmus, der dem Körper eine Phase der Nahrungsaufnahme und eine längere Phase der Esspause ermöglicht und das täglich. Die Nahrungsaufnahme erfolgt zum Beispiel im Rahmen von acht Stunden. Also beispielsweise zwischen 11 und 19 Uhr. Dann folgen 16 Stunden Esspause über Nacht, man fasten also. Das hat viele Vorteile, denn bereits ab der 14. Stunde ohne Nahrung beginnt der Körper mit dem Großreinemachen. Dies führt zur sogenannten „Autophagie“, bei der es sich um eine Art „Selbstverdauungsprozess“ des Körpers handelt. Hierbei werden die eigenen Zellen verarbeitet, somit reinigt und entgiftet sich der Körper praktisch selbst. Neue, gesunde Zellen können gebildet werden. Der gleiche Prozess passiert beim „normalen“ Fasten, jedoch für einen viel längeren Zeitraum, und somit deutlich intensiver. Höre Dir zum Thema Fasten und intermittierendes Fasten auch unsere Podcastfolge an.

Fasten (z.B. Wasser- oder Saftfasten):

Darunter wird alles ab 24 Stunden Essenspause verstanden. Hier legt der Körper mit der Entgiftung so richtig los. Um beim Beispiel der „To-Do-Liste“ zu bleiben – man rackert sich quasi durch den Papierstapel auf dem Schreibtisch und die Altlasten werden endlich mal so richtig abgebaut. In unserem Fall werden die gelösten Gifte aus den Fettpolstern an die Ausscheidungs- und Entgiftungsorgane weitergegeben.

Das große Problem: Rückvergiftung!

Die Leber ist für gewöhnlich nicht bereit für so eine Flut von Giften, die sich beim Fasten lösen können, weswegen es zu einer sogenannten Rückvergiftung kommen kann. Das bedeutet, dass die Schadstoffe, die sich über Jahre in den Fettpolstern angesammelt haben, nicht schnell genug aus dem Körper ausgeleitet werden können. Um diese unerwartete Flut an Giften zu beseitigen, wird ein Notprogramm aufgerufen und alternative Lagerorte im Körper für die Schadstoffe gesucht. Organe und Knochen bieten sich dafür optimal an. Beim Fasten hat man also die Gifte erfolgreich aus den Fettzellen gelöst, um sie jetzt in die Organe zu verfrachten. Das Fatale daran ist, dass man diesen Prozess nicht bemerkt, aber gleichzeitig stolz darauf ist, dass die Pfunde purzeln.

Wenn die Entgiftungsorgane wie Leber und Darm nicht optimal funktionieren, können alte abgelagerte Gifte, z.B. aus einer schimmelpilzbelasteten Wohnung, aus Antibiotikaeinnahmen oder gar einer Chemotherapie mehr Schaden anrichten, als wenn sie sicher eingelagert im Fettgewebe bleiben würden. Es sei denn, man hilft dem Körper dabei, diese möglichst sicher abzutransportieren. Daher ist es sehr wichtig auf Symptome zu reagieren, die auf eine Vergiftung hinweisen. Sie sind mit einem Kater nach zu viel Alkohol vergleichbar.

Symptome solcher Vergiftungen sind:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • unangenehmer Körpergeruch
  • Gereiztheit
  • Schwindel, Schwächegefühl und Müdigkeit
  • erhöhtes Kälteempfinden
  • Schlaflosigkeit

Wie können diese Gifte nun ausleitet werden?

Will man richtig und nachhaltig entgiften, muss man neben dem Lösen der Gifte auch den Abtransport sicherstellen. Je nachdem wie extrem die Entgiftung ist (Wasserfasten löst in der Regel mehr Gifte als eine Ernährungsumstellung), können unterschiedliche Ausleitungsmethoden angewendet werden:

Chlorella, eine Süßwasseralge, die man als Tablette oder Pulver einnehmen kann. Sie bindet Schwermetalle an sich und hilft dabei, sie auszuleiten. Es werden nicht nur Schwermetalle aus alten Zellen gelöst, sondern auch Gifte, die wir täglich aus der Umwelt aufnehmen, abtransportiert. Daher kann es hilfreich sein Chlorella dauerhaft zu nehmen, um keine neuen Einlagerungen zu schaffen und die gelösten Einlagerungen auszuleiten.

Ballaststoffe können die Entgiftung über die Nahrungsaufnahme, z.B. durch Obst und Gemüse unterstützen. Bei Fastenkuren, wenn z.B. nur Wasser oder ballaststofffreie Säfte getrunken werden, ist es unumgänglich, Ballaststoffe in Form von z.B. Flohsamenschalen oder Heilerde zuzuführen, um die Gifte über den Stuhl auszuscheiden.

Nährstoffe sind lebensnotwendig für Körper und Organismus, um alle Stoffwechselprozesse am Laufen zu halten. Befindet sich der Körper in einem Mangel, so entsteht immer ein Ungleichgewicht. Geht man z.B. auf lange Fastenkuren und hat bereits einen Nährstoffmangel, dann wird die Entgiftung und entsprechende Ausleitung sehr wahrscheinlich nicht optimal verlaufen. Daher ist es wichtig, insbesondere vor einer Fastenkur oder Ernährungsumstellung sicherzugehen, dass man sich in keinem Mangel befindet. Dieser kann durch Nahrungsergänzung ausgeglichen werden. Auch die Entscheidung, welche Fastenkur am besten zu einem passt, kann dadurch beeinflusst werden. Denn beim Saftfasten nimmt man beispielsweise hochkonzentriert Nährstoffe in Form des Saftes zu sich, wogegen dies beim reinen Wasserfasten wegfällt.

Einläufe sind die größte Unterstützung bei einer Entgiftung. Hierdurch können belastende Gifte schnell aus dem Körper abtransportiert werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass kein aggressives Mittel zum Einsatz kommt, da sonst dauerhafte Schäden an der Darmflora angerichtet werden können. Kaffeeeinläufe (welche stark lösend wirken) oder Wasser mit Natron angereichert können sehr schonend bei einer Entgiftung helfen und unmittelbar von Symptomen befreien. Übrigens können Einläufe auch bei alltäglichen Kopfschmerzen Wunder bewirken, denn diese können auf eine Vergiftungserscheinung hindeuten, z.B. ausgelöst durch einen mit Schimmelpilzen belasteten Raum, in dem wir uns aufgehalten haben, natürlich durch zu viel und minderwertigen Alkohol oder auch durch zu viel Zucker. Hier kann ein Einlauf helfen. Wie heißt es so schön: Einfach mal richtig k***** gehen.

Ruhe, die oft unterschätzt wird. Viele Detoxkuren werben mit dem Slogan, dass sie auch während der Arbeit durchgeführt werden können. Dabei wird oft vergessen, wie anstrengend es für den Körper ist, mit den gelösten Giften umzugehen. Je mehr Ruhe und Zeit dem Körper gegönnt wird, desto besser kann er sich selbst darum kümmern, die Gifte abzutransportieren, und es werden ungewollte Neueinlagerungen vermieden.

Das Thema Entgiftung ist sehr komplex und verdient eine besondere Aufmerksamkeit. Wenn Du Dich tiefer mit diesem Thema auseinandersetzten möchtest, können wir Dir Florian Sauer und Rüdiger Dahlke als Koryphäen auf ihrem Gebiet sehr empfehlen. Nimm Dir Zeit und finde Deinen persönlichen Weg. Auch eine Umstellung auf das Gehirnfutter-Prinzip kann zu Entgiftungen führen. Lass Dich also gerne von uns begleiten, zum Beispiel in unserer Facebook-Gruppe, bei unseren Onlineseminaren oder bei einem Einzelcoaching.

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